Viele Unternehmen binden ein Bewertungs-Widget auf ihrer Website ein und gehen davon aus, dass die dort angezeigten Sterne auch in den Google-Suchergebnissen erscheinen. Diese Annahme ist jedoch falsch. Der Grund ist nicht etwa ein technischer Fehler. Google selbst sieht es ausdrücklich so vor und hat dazu im Juli 2026 seine Regeln noch verschärft.
Was sind Review-Snippets?
Ein Review-Snippet ist ein kurzer Auszug aus einer Bewertung oder eine Sternebewertung, die Google direkt im Suchergebnis anzeigt. Grundlage dafür sind strukturierte Daten, also maschinenlesbare Zusatzinformationen im Seitencode, in der Regel im Format Review oder AggregateRating.

Google unterstützt diese Snippets für eine definierte Reihe von Inhaltstypenzu denen unter anderem Bücher, Kurslisten, Events, Filme, Produkte, Rezepte und Software-Apps gehören. Für diese Kategorien ist der Einsatz von Bewertungs-Markup vorgesehen und funktioniert wie erwartet.
Die Ausnahme: Bewertungen über das eigene Unternehmen
Entscheidend ist aber eine Einschränkung, die Google unter dem Begriff „self-serving reviews“ führt, also selbstbedienende Bewertungen. Die Regel lautet: „Wenn das bewertete Unternehmen die Bewertungen über sich selbst kontrolliert, sind Seiten mit LocalBusiness- oder anderen Organization-Structured-Data nicht für das Stern-Feature berechtigt. Das gilt auch dann, wenn eine Bewertung über Unternehmen A auf der Website von Unternehmen A eingebunden wird – direkt im Markup oder über ein eingebettetes Drittanbieter-Widget wie ein Google- oder Facebook-Bewertungs-Widget.„
Google verlangt zudem, dass die Bewertungen direkt von Nutzern stammen müssen und untersagt es Unternehmen, dass diese menschlichen Redakteure einsetzen, um Bewertungsinformationen für ihr lokales Unternehmen zu erstellen, zu kuratieren oder zusammenzustellen.
Die Begründung dahinter ist die naheliegende: Ein Sternedurchschnitt, den das bewertete Unternehmen selbst zusammenstellt und auf der eigenen Website ausspielt, hat als unabhängiges Vertrauenssignal geringen Wert. Google hat diese Einschränkung bereits 2019 eingeführt und ist somit seit Jahren gültig, was in der Praxis aber weiterhin häufig übersehen wird.
Neu seit Juli 2026: Verbot gefälschter und nicht offengelegter Bewertungen
Am 24. Juli 2026 hat Google die Dokumentation zu Review-Snippets um eine weitere Richtlinie erweitert. Darin ist festgelegt, dass weder gefälschte noch versteckt bezahlte Bewertungen auf der eigenen Webseite oder im Structured-Data-Markup eingebunden werden dürfen.
Google nennt dazu zwei konkrete Beispiele:
- Bewertungen, die nicht auf einer echten Erfahrung mit einem Produkt oder einer Dienstleistung basieren
- Bewertungen, die gegen einen Vorteil wie Geld, Rabatte, Gutscheine oder Gratisprodukte verfasst wurden, ohne dass diese klar und deutlich gekennzeichnet sind.
Relevant ist dabei die Konsequenz bei Verstößen, denn es muss mit manuellen Maßnahmen gegen die Webseite gerechnet werden, schlimmstenfalls mit negativen Auswirkungen auf die Sichtbarkeit der Domain.
Weitere technische Vorgaben für Bewertungs-Markup
Neben den beiden oben genannten Punkten enthält die Dokumentation eine Reihe weiterer Anforderungen, die in der Praxis regelmäßig verletzt werden:
- Der markierte Bewertungsinhalt muss für Nutzer auf der Seite unmittelbar zugänglich sein. Es muss offensichtlich sein, dass die Seite Bewertungsinhalte enthält – wer Bewertungen markiert, muss den Bewertungstext und die zugehörige Bewertung auch sichtbar zeigen.
- Bewertungen oder Ratings von anderen Websites dürfen nicht aggregiert werden.
- Die Bewertungsinformation muss sich auf ein bestimmtes Element beziehen, nicht auf eine Kategorie oder eine Liste von Elementen.
- Werden mehrere einzelne Bewertungen eingebunden, muss zusätzlich eine aggregierte Gesamtbewertung angegeben werden.
Drei Prüfschritte für die Praxis
Prüfen, ob das Markup überhaupt greifen kann. Wird Review- oder AggregateRating-Markup für Bewertungen über das eigene Unternehmen eingesetzt, erzeugt Google daraus keine Sterne. Das ist kein Umsetzungsfehler, sondern die vorgesehene Regel.
Widget und Markup gedanklich trennen. Ein Bewertungs-Widget auf der Website ist als Vertrauenssignal für menschliche Besucher weiterhin sinnvoll. Es löst jedoch keine Rich Snippets aus. Zu prüfen ist zusätzlich, ob das eingesetzte Plugin unbemerkt Structured Data ausgibt, die gegen die Richtlinien läuft.
Tatsächliche Ausgabe kontrollieren. Viele CMS-Erweiterungen setzen strukturierte Daten automatisch, auch an Stellen, an denen sie nicht zulässig sind. Der Rich Results Test von Google zeigt innerhalb weniger Sekunden, welches Markup eine Seite konkret ausliefert.
Wo Sterne für lokale Unternehmen sichtbar werden
Für lokal tätige Unternehmen ist die relevante Bühne nicht das Markup auf der eigenen Website, sondern das Google-Unternehmensprofil. Sterne aus dem Profil erscheinen in Google Maps und in den lokalen Suchergebnissen. Voraussetzung dafür ist kein technischer Eingriff auf der Website, sondern ein vollständig gepflegtes Profil sowie ein kontinuierlicher Zufluss echter, nicht „gekaufter“ Bewertungen.
Unser CiSmart Tipp
Unsere Devise lautet ganz eindeutig: Aufwand dort investieren, wo er Wirkung zeigt: das Markup für Bewertungen über das eigene Unternehmen bleibt ohne Effekt auf Rich Snippets. Die Einbindung von echten Bewertungen auf der eigenen Website via Widget als Trust Element ist dennoch ein wichtiger Baustein. Wichtig sind zudem ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, echte Bewertungen ohne Anreize sowie ein regelmäßiger Check, welche strukturierten Daten die eigene Website tatsächlich ausgibt.
Bei Fragen zur konkreten Umsetzung oder zur Prüfung des bestehenden Markups stehen wir gerne zur Verfügung.