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Google Ads Empfehlungen einfach mit einem Klick übernehmen? Klingt bequem, ist aber oft keine gute Idee

Inhaltsverzeichnis

Kennst du dieses kleine Glücksgefühl, wenn Google Ads euch verspricht, mit nur einem Klick die Performance eurer Kampagne zu verbessern? Wir kennen es auch und genau deshalb wollen wir einmal ehrlich draufschauen, was hinter diesen Empfehlungen wirklich steckt. Denn so verlockend „Alle übernehmen“ auch klingt: In den allermeisten unserer Kundenprojekte hat sich gezeigt, dass blindes Vertrauen hier schnell teuer wird.

Was steckt eigentlich hinter den Google Ads Empfehlungen?

Jedes Google Ads Konto bekommt einen sogenannten Optimierungsfaktor. Das ist ein Schätzwert zwischen 0 und 100 Prozent, der angeben soll, wie nah eure Kampagne an ihrem „vollen Potenzial“ ist. Klingt erstmal nach einer sinnvollen Orientierung, oder? Das Problem dabei: Dieser Wert misst nicht, ob euer Konto profitabel läuft, sondern lediglich, wie stark ihr euch an Googles eigene Best Practices angepasst habt. Ein Konto mit 95 Prozent Optimierungsfaktor kann wirtschaftlich völlig daneben liegen. Ein Konto mit 68 Prozent kann hervorragend performen.

Wir haben das in der Praxis immer wieder erlebt: Kunden kamen zu uns mit der Sorge, ihr Optimierungsfaktor sei „zu niedrig“, obwohl die Kampagne in Sachen Umsatz und Lead-Qualität ausgezeichnet lief. Der Score war einfach nicht der richtige Maßstab für das, was am Ende wirklich zählt.

Warum „Alle übernehmen“ selten die beste Idee ist

Google selbst sagt offen, dass die Empfehlungen auf Basis von Datenanalysen, Vergangenheitswerten und allgemeinen Best Practices erstellt werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass sie nicht auf Basis eures individuellen Geschäftsmodells, eurer Marge oder eurer Strategie basieren. Jede Empfehlung ist im Kern eine Hypothese und somit keine Garantie.

In unseren Kundenprojekten zeigen sich dabei immer wieder dieselben Muster. Empfehlungen zu Keyword-Erweiterungen schlagen mitunter erstaunlich generische oder thematisch unpassende Begriffe vor. Wir haben schon erlebt, dass ein vermeintlich passendes Keyword für eine ganz andere Produktkategorie vorgeschlagen wurde, was im Zweifel nur unnötige Kosten ohne jede Relevanz verursacht hätte. Budgeterhöhungen werden gerne dann empfohlen, wenn eine Kampagne ohnehin schon gut läuft ohne Rücksicht darauf, ob euer tatsächliches Budget das überhaupt hergibt. Und auch bei Gebotsstrategien gilt: Nicht jede Strategie passt zu jedem Kampagnenziel, selbst wenn Google sie als Verbesserung anpreist.

Worauf ihr achten solltet, bevor ihr eine Empfehlung übernehmt

Aus unserer Erfahrung mit zahlreichen Kundenkonten haben sich fünf Fragen herauskristallisiert, die ihr euch vor jeder Übernahme stellen solltet:

  1. Passt die Empfehlung wirklich zu eurem Kampagnenziel? Eine Empfehlung, die auf maximale Klicks optimiert, hilft euch wenig, wenn ihr eigentlich auf qualifizierte Leads aus seid.
  2. Sind Tracking und Conversion-Daten sauber? Smart Bidding und viele Automatisierungen funktionieren nur zuverlässig, wenn die Datenbasis stimmt. Fehlerhaftes Tracking führt dazu, dass automatisierte Systeme auf falscher Grundlage optimieren und das kann sich schnell summieren.
  3. Bringt die Änderung bessere Leads oder nur mehr Klicks? Mehr Traffic ist nicht automatisch mehr Umsatz. Genau diese Verwechslung sehen wir in der Praxis besonders häufig.
  4. Verändert sie Budget, Gebote oder Keywords zu stark? Größere, abrupte Eingriffe lassen sich schwerer kontrollieren und im Zweifel auch schwerer rückgängig machen.
  5. Könnt ihr den Effekt überhaupt sauber messen? Wenn ihr nicht klar nachvollziehen könnt, ob eine Änderung tatsächlich etwas verbessert hat, fehlt euch die Grundlage für die nächste Entscheidung.

Was wir aus unseren Kundenprojekten gelernt haben

Über die Jahre hat sich bei uns ein klares Vorgehen etabliert: Wir schauen uns jede Empfehlung einzeln an, bevor wir sie für unsere Kunden umsetzen und lehnen einen guten Teil davon bewusst ab, inklusive Begründung. Das hat übrigens einen netten Nebeneffekt: Der Optimierungsfaktor verschlechtert sich durch das gezielte Ablehnen einer Empfehlung nicht. Ihr müsst also nicht zwischen „hohem Score“ und „durchdachter Strategie“ wählen.

Besonders bei automatisch angewendeten Empfehlungen, dem sogenannten Auto-Apply, raten wir zu Vorsicht. Wenn ihr diese Funktion aktiviert habt, nimmt Google Änderungen an eurem Konto vor, ohne dass ihr vorher noch einmal gegenprüfen könnt. Für uns gilt: Auto-Apply höchstens für wirklich risikoarme Themen, niemals für alles, was Keywords, Gebote oder Budget grundlegend verändert.

Was sich in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden als besonders wertvoll erwiesen hat: Änderungen klein und messbar zu testen, statt gleich das ganze Konto umzukrempeln. So lässt sich der tatsächliche Effekt einer Empfehlung sauber von anderen Einflüssen trennen und ihr behaltet jederzeit die Möglichkeit, schnell wieder zurückzurudern, falls sich eine Anpassung doch nicht bewährt.

Unser CiSmart Tipp

Google Ads Empfehlungen nicht blind übernehmen, sondern immer erst prüfen und dann gezielt manuell umsetzen. Nutzt den Optimierungsfaktor gerne als Denkanstoß, aber niemals als alleinigen Maßstab für Erfolg. Und bei Fragen meldet euch einfach bei uns!

Denn gute Performance entsteht nicht durch Automatismen allein, sondern durch klare Strategie und bewusste Entscheidungen.

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