Du fragst ChatGPT nach einer guten Steuerkanzlei, einem Handwerksbetrieb oder einer Software für dein Team. Unter der Antwort taucht ein kleiner Kasten mit dem Hinweis „Gesponsert“ auf. Das ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern seit Ende August 2026 Alltag in Deutschland.
Für Unternehmen ist das ein neuer Werbekanal. Und zwar einer, der genau dort sitzt, wo Kaufentscheidungen vorbereitet werden. Aber nicht jeder darf ihn nutzen. Wir zeigen wir, was du wissen musst, bevor du Budget investierst.
Seit wann gibt es Werbung in ChatGPT?
OpenAI hat im Februar 2026 mit Anzeigen in den USA begonnen. Am 24. August 2026 folgte der Start in 31 europäischen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Seit dem 31. August können Unternehmen ihre Kampagnen über den sogenannten Ads Manager selbst anlegen, ganz ohne Agentur.
Wer sieht die Anzeigen?
Nicht jeder ChatGPT-Nutzer bekommt Werbung zu sehen. Anzeigen erscheinen nur in der kostenlosen Version und im günstigen Go-Tarif. Wer für Plus, Pro oder Enterprise bezahlt, nutzt ChatGPT werbefrei. Personen unter 18 Jahren sehen ebenfalls keine Anzeigen.
Die Anzeige erscheint als eigene Karte unter der Antwort und ist als „Gesponsert“ gekennzeichnet. Wichtig: Laut OpenAI beeinflusst die Werbung die eigentliche Antwort nicht. Du kaufst dir also keinen Platz in der Empfehlung, sondern einen Platz daneben.
Was kostet Werbung in ChatGPT?
Abgerechnet wird pro Klick. Das Mindestbudget liegt bei 15 Euro pro Tag und Kampagne. Für den Start empfiehlt OpenAI derzeit ein maximales Gebot von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick.
Ein kontrollierter Test ist damit auch für kleinere Unternehmen machbar. Branchenvergleichswerte gibt es allerdings noch nicht, und auch personalisierte Anzeigen sind zum Start in Deutschland nicht verfügbar.
Welche Branchen dürfen nicht werben?
Hier wird es für viele Unternehmen spannend. OpenAI schließt bestimmte Themen und Angebotsarten aus. Dazu gehören aktuell:
- Rechtsberatung und Rechtsdienstleistungen
- einzelne Stellenanzeigen und einzelne Immobilienangebote (Plattformen für Jobs oder Immobilien sind dagegen erlaubt)
- politische Werbung
- Glücksspiel, Alkohol und Tabak
Dazu kommen Bereiche, die besonders streng geprüft werden, etwa Finanzen und Gesundheit. Hier kann es länger dauern, bis Anzeigen freigegeben werden oder sie werden ganz abgelehnt.
Die Regeln ändern sich gerade häufig. Was heute erlaubt ist, kann morgen eingeschränkt sein und umgekehrt.
Für wen lohnen sich ChatGPT Ads?
Am meisten Sinn ergibt der Kanal für Angebote, bei denen Menschen recherchieren, vergleichen und abwägen. Denk an Software, Weiterbildungen, Reisen, technische Produkte oder erklärungsbedürftige Dienstleistungen.
Weniger geeignet ist er für Spontankäufe oder für Angebote, die stark reguliert sind. Und für rein lokale Leistungen solltest du genau rechnen, ob der Streuverlust nicht zu groß ist.
Warum du nicht einfach loslegen solltest
Der Ads Manager ist zwar schnell eingerichtet, aber genau darin liegt auch die Falle. Viele Unternehmen investieren Zeit in Texte und Zielseiten und erfahren erst bei der Prüfung, dass ihre Branche oder ihr Angebot gar nicht zugelassen ist.
Kläre deshalb vorher drei Fragen:
- Ist meine Branche und mein konkretes Angebot zugelassen?
- Suchen meine Kunden überhaupt in ChatGPT nach dem, was ich anbiete?
- Ist meine Zielseite so aufgebaut, dass aus einem Klick eine Anfrage wird?
Unser Angebot: der ChatGPT-Ads-Check
Wir prüfen für dich, ob dein Unternehmen in ChatGPT werben darf und ob sich der Kanal für dich lohnt. Erst danach entscheidest du, ob du Budget investierst.